Der erste Hinweis auf eine Frauenfelder Schützengesellschaft ist einer Schützentafel von 1592 zu entnehmen. 1523 wird als das Jahr genannt, in dem die Gesellschaft »geüffnet«, das heisst vermehrt, vergrössert, besser organisiert wurde, und das »gelegentliche Pulvern« in ein geregeltes Schiessen überging.
Dies lässt darauf schliessen, dass bereits in früheren Jahren entsprechende Vereinigungen bestanden, allerdings ohne dass man diese als eigentlichen Schützenverein bezeichnen konnte. Vielmehr war es so, dass zu selbigen Zeiten das Schiessen Teil der organisierten Wehrkraft und der Verteidigungsbereitschaft der Stadt darstellten und damit auch der Kontrolle des Bürgermeisters und des Rates unterstellt waren.
Immerhin weisen entsprechende Notizen darauf hin, dass bereits 1483 in Frauenfeld ein »Gesellenschiessen« veranstaltet wurde, das von »vielen Ehrenleuten aus den benachbarten Städten und Landen mit Freuden und Kurzweil besucht wurde«.
Wer sonst, als eine schon damals bestehende Vereinigung im Sinne einer Schützengesellschaft hätte diese Veranstaltung durchführen sollen?